Paarberatung und Eheberatung

12 Praxen für Paarberatung in der Schweiz im Überblick – mit Leistungen, Standorten und Kontaktangaben aus öffentlich prüfbaren Quellen.

Karte der Schweiz Winterthur: 2 Praxen für Paarberatung; Basel: 1 Praxis für Paarberatung; Bern: 2 Praxen für Paarberatung; Thalwil: 1 Praxis für Paarberatung; Zürich: 3 Praxen für Paarberatung; St. Gallen: 2 Praxen für Paarberatung; Luzern: 2 Praxen für Paarberatung; Lenzburg: 1 Praxis für Paarberatung Zürich 3 Zürich: 3 Praxen für Paarberatung Winterthur 2 Winterthur: 2 Praxen für Paarberatung Bern 2 Bern: 2 Praxen für Paarberatung St. Gallen 2 St. Gallen: 2 Praxen für Paarberatung Luzern 2 Luzern: 2 Praxen für Paarberatung Basel: 1 Praxis für Paarberatung Thalwil: 1 Praxis für Paarberatung Lenzburg: 1 Praxis für Paarberatung
Fläche der Punkte proportional zur Anzahl Praxen für Paarberatung am Ort. Gezählt werden Hauptsitze und weitere Standorte. Geodaten: swisstopo.

Alle Praxen für Paarberatung in der Schweiz

12 Einträge, alphabetisch

Was macht eine Praxis für Paarberatung?

Paarberatung – in der Schweiz oft auch Eheberatung genannt – ist eine meist kürzere, lösungsorientierte Begleitung, in der ein Paar mit einer psychosozial ausgebildeten Fachperson an Konflikten, Entscheidungen und Kommunikation arbeitet, ohne dass eine psychische Erkrankung behandelt wird.

Viele Paare brauchen keine Therapie, sondern einen geschützten Rahmen, um festgefahrene Gespräche wieder aufzunehmen: nach der Geburt eines Kindes, bei einem Umzug, beim Wiedereinstieg in den Beruf, bei Streit um Hausarbeit, Geld oder Schwiegereltern. Paarberatung setzt an der aktuellen Situation an und sucht mit beiden nach tragfähigen Lösungen.

«Eheberatung» ist der ältere Begriff und in der Schweiz noch verbreitet, weil das Zivilgesetzbuch ihn verwendet: Die Kantone sorgen dafür, dass sich Ehegatten bei Eheschwierigkeiten gemeinsam oder einzeln an Ehe- oder Familienberatungsstellen wenden können (Art. 171 ZGB). Getragen werden diese Stellen je nach Kanton von Kirchen, Gemeinden oder Vereinen; viele heissen heute «Paarberatung», verrechnen einkommensabhängige Tarife und beraten auch unverheiratete Paare. Steht eine Trennung im Raum, kommen bei Ehepaaren rechtliche Fragen dazu – Eheschutz, Unterhalt, Wohnung, Kinder –, für die manche Stellen Rechtsauskünfte oder Mediation anbieten.

Die Grenze zur Paartherapie ist fliessend, rechtlich aber bedeutsam: Paarberatung behandelt keine Krankheit und ist deshalb keine Leistung der Grundversicherung. Beraten dürfen Fachleute mit unterschiedlichem Hintergrund – Psychologinnen, Sozialarbeitende, Beraterinnen und Berater im psychosozialen Bereich mit eidgenössischem Diplom (Höhere Fachprüfung) oder Fachpersonen mit Weiterbildung in systemischer Beratung. Der Dachverband für psychosoziale Beratung ist die Schweizerische Gesellschaft für Beratung (SGfB).

Nicht jedes Paar braucht eine Beratung im engeren Sinn. Paarkurse, Kommunikationstrainings und Paarcoaching richten sich an Paare ohne schwere Krise, die vorbeugen oder etwas gezielt verbessern wollen. Ein in der Schweiz entwickeltes Beispiel ist Paarlife, ein nicht kommerzielles, wissenschaftlich fundiertes Angebot der Universität Zürich, entwickelt von Prof. Guy Bodenmann; im Kommunikationstraining arbeitet jedes Paar in einem eigenen Raum mit einer Trainerin oder einem Trainer. «Coach» ist keine gesetzlich geregelte Berufsbezeichnung – achten Sie auf eine fundierte Ausbildung in Beratung oder Psychologie. Bei tiefen Verletzungen, Sucht, psychischen Erkrankungen oder Gewalt reicht ein Kurs nicht aus.

Kosten und Abrechnung

Paarberatung ist keine Leistung der Grundversicherung; Sie bezahlen sie in der Regel selbst, einzelne Zusatzversicherungen beteiligen sich an psychologischer Beratung. Öffentliche und kirchliche Stellen verrechnen oft Tarife nach Einkommen – die Paarberatung im Kanton Zürich etwa 60 bis 240 Franken pro Stunde zuzüglich Mehrwertsteuer für Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons. Private Praxen legen ihre Ansätze selbst fest, Kurse werden meist als Pauschale pro Paar verrechnet. Mehr dazu im Ratgeber «Was kostet eine Paartherapie in der Schweiz».

Typische Leistungen

  • Klärung des Anliegens und der Ziele beider Partner
  • Moderierte Gespräche zu Konflikten, Entscheidungen und Erwartungen
  • Beratung in Übergängen: Elternschaft, Pensionierung, Patchworkfamilie, Umzug
  • Entscheidungsberatung, wenn offen ist, ob das Paar zusammenbleibt
  • Kommunikationsübungen für den Alltag, auch als Kurs oder Training für Paare
  • Paarcoaching: Ziele und Vereinbarungen für Beruf, Familie und gemeinsame Zeit
  • Rechtsauskunft oder Weiterverweisung zu Eheschutz, Mediation oder Psychotherapie, wenn nötig

Woran Sie eine gute Praxis für Paarberatung erkennen

  • Nennt Grundausbildung und Beratungsweiterbildung, z. B. eidg. Diplom im psychosozialen Bereich oder systemische Weiterbildung
  • Mitgliedschaft in einem Berufsverband mit Ethikrichtlinien und Beschwerdestelle
  • Klare Abgrenzung: sagt, wann eine Psychotherapie oder eine andere Stelle besser passt
  • Respektiert Ihre Werte und Weltanschauung, unabhängig von der Trägerschaft der Stelle
  • Preise, Pakete und Absageregeln sind vor dem ersten Termin bekannt
  • Kurse beruhen auf einem beschriebenen Programm; persönliche Übungen finden zu zweit statt, nicht vor der Gruppe
  • Warnsignal: Garantien für «die perfekte Beziehung» oder Druck zu teuren Paketen

Nach Standort

Gezählt werden Hauptsitze und weitere Standorte. Eine eigene Seite gibt es ab 3 Einträgen in einer Stadt; die übrigen Orte öffnen die gefilterte Liste.

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Ratgeber

Häufige Fragen zum Thema Paarberatung und Eheberatung

Was ist der Unterschied zwischen Paarberatung und Paartherapie?
Paarberatung ist meist kürzer und auf konkrete Konflikte ausgerichtet; Paartherapie bieten psychotherapeutisch ausgebildete Fachpersonen an, und nur sie kann bei einer psychischen Erkrankung über die Grundversicherung laufen. Titel, Register und Methoden im Vergleich erklärt unser Ratgeber «Paartherapie oder Paarberatung».
Ist Eheberatung dasselbe wie Paarberatung?
Inhaltlich ja. «Eheberatung» ist der ältere, im Zivilgesetzbuch verwendete Begriff. Viele Stellen beraten heute verheiratete und unverheiratete Paare gleichermassen und nennen sich deshalb Paarberatung.
Müssen wir verheiratet sein, um eine Ehe- oder Paarberatungsstelle zu nutzen?
Das Gesetz spricht von Ehegatten, die meisten öffentlichen Stellen beraten aber auch unverheiratete und gleichgeschlechtliche Paare. Fragen Sie bei der Stelle in Ihrem Kanton nach.
Gibt es kostenlose oder günstige Paarberatung?
Die Kantone müssen dafür sorgen, dass sich Ehegatten an Ehe- oder Familienberatungsstellen wenden können (Art. 171 ZGB). Viele dieser Stellen sind von Kirchen oder Gemeinden getragen und verrechnen Tarife nach Einkommen; bei der Paarberatung im Kanton Zürich beginnt der Tarif bei 60 Franken pro Stunde zuzüglich Mehrwertsteuer. Ob eine Stelle auch kostenlos berät, regelt sie selbst – fragen Sie bei Kanton, Kirchgemeinde oder Gemeinde nach.
Ist Paarberatung vertraulich?
Seriöse Beraterinnen und Berater unterstehen der Schweigepflicht ihres Berufsverbands und geben ohne Ihr Einverständnis keine Informationen weiter. Fragen Sie im Erstgespräch nach, wie Notizen aufbewahrt werden.
Hilft die Eheberatung auch bei einer Scheidung?
Sie kann klären, ob eine Trennung der richtige Weg ist, und bei der Vorbereitung helfen. Für die Regelung der Scheidungsfolgen sind eine Mediation oder eine anwaltliche Beratung die passenden Stellen; wie eine Mediation abläuft, erklärt unser Ratgeber «Mediation bei Trennung und Scheidung».
Paarberatung oder Paarcoaching – was ist der Unterschied?
Paarcoaching richtet sich an Paare ohne akute Krise, die konkrete Ziele verfolgen, etwa bei grossen Lebensentscheidungen. Paarberatung nimmt auch festgefahrene Konflikte auf und die Frage, ob ein Paar zusammenbleibt. Weil «Coach» keine geregelte Bezeichnung ist, lohnt sich die Frage nach der Ausbildung. Beides ist keine Leistung der Grundversicherung.
Was ist Paarlife, und für wen eignen sich Paarkurse?
Paarlife ist ein nicht kommerzielles, wissenschaftlich fundiertes Angebot der Universität Zürich zur Pflege von Partnerschaften, entwickelt von Prof. Guy Bodenmann. Es gibt Workshops und ein Kommunikationstraining, das gemeinsame Stressbewältigung, Kommunikation und Problemlösen fördert; Persönliches bespricht jedes Paar für sich, nicht vor der Gruppe. Solche Kurse eignen sich zum Vorbeugen und für Paare ohne schwere Krise.