Was macht eine Praxis für Sexualtherapie?
Sexualtherapie und Sexualberatung unterstützen Einzelpersonen und Paare bei sexuellen Schwierigkeiten – etwa unterschiedlichem Verlangen, Schmerzen, Erektions- oder Orgasmusproblemen – sowie bei Fragen zu sexueller Orientierung und Identität.
Sexualität ist in vielen Paarbeziehungen ein Thema, über das am schwersten zu sprechen ist. Sexualtherapeutinnen und -therapeuten schaffen dafür einen sachlichen, respektvollen Rahmen. Sie klären, welche körperlichen, psychischen und partnerschaftlichen Faktoren mitspielen, und arbeiten mit Gesprächen, Informationen und Übungen für zu Hause. Wenn die Lust in der Beziehung nachgelassen hat, erklärt unser Ratgeber «Keine Lust auf Sex in der Beziehung» mögliche Ursachen.
Weil sexuelle Probleme auch körperliche Ursachen haben können – Medikamente, Hormone, Gefäss- oder Nervenerkrankungen –, gehört eine ärztliche Abklärung oft dazu. Seriöse Fachpersonen arbeiten mit Gynäkologie, Urologie und Hausarztmedizin zusammen. «Sexualtherapeut» ist kein Titel nach dem Psychologieberufegesetz; fragen Sie nach dem Grundberuf (z. B. Psychotherapie, Medizin, Sozialarbeit) und der sexualtherapeutischen Weiterbildung.
Liegt eine behandlungsbedürftige sexuelle Funktionsstörung vor und erfolgt die Behandlung als Psychotherapie bei einer zugelassenen Fachperson, kann die Grundversicherung die Kosten übernehmen – bei psychologischen Psychotherapeutinnen nur auf ärztliche Anordnung. Reine Sexualberatung ohne Krankheitswert bezahlen Sie selbst oder klären eine Beteiligung Ihrer Zusatzversicherung.
Kosten und Abrechnung
Sexualtherapie wird pro Sitzung abgerechnet. Läuft sie als Psychotherapie einer behandlungsbedürftigen Störung bei einer zugelassenen Fachperson, gelten die Regeln der Grundversicherung: ärztliche Anordnung bei psychologischen Psychotherapeutinnen, höchstens 15 Sitzungen pro Anordnung, Franchise und Selbstbehalt. Sexualberatung ohne Krankheitswert ist Selbstzahlerleistung; einzelne Zusatzversicherungen beteiligen sich an psychologischer Beratung oder nichtärztlicher Psychotherapie.